Samsung Series 3 Chromebook: Der erste Eindruck

Bereits im letzten Oktober habe ich darüber geschrieben, dass das Series 3 Chromebook von Samsung eine seltsame Anziehungskraft auf mich ausübt. Inzwischen ist das günstige Samsung-Chromebook seit einigen Wochen auch in Deutschland verfügbar und nun habe ich es auch im Test bei mir.

Über die nächsten Wochen habe ich also die Gelegenheit herauszufinden, ob das Chromebook seine Versprechen halten kann und mich durch die offensichtlichen Einschränkungen, die wegen Chrome OS einfach vorhanden sind, produktiver arbeiten kann und ob es darüber hinaus noch ein brauchbares Netbook/Notebook als solches ist. Erwähnenswert ist dabei auch, dass ich die UMTS-Version des Series 3 teste, da es auch eine WiFi-only-Version gibt.

Technische Spezifikationen und Lieferumfang

Bereits das Datenblatt des Series 3 Chromebook beinhaltet einige interessante Eigenheiten. Vor allem der verwendete Prozessor fällt hier ins Auge, denn im Gegensatz zu allen anderen Chromebooks setzt dieses Modell mit dem Exynos 5250 auf einen ARM-Prozessor, der eigentlich für Smartphones und Tablets gedacht ist. Der stromsparende ARM-Prozessor soll dabei vor allem für eine längere Akkulaufzeit sorgen.

Spezifikationen

  • Samsung Exynos 5250 Dual-Core-CPU mit 1,7 Ghz
  • 11,6” LC-Display (matt) mit 1366 x 768 Pixeln
  • 2 GB DDR3 RAM
  • 16 GB interner Flash-Speicher (zzgl. 100 GB bei Google Drive für zwei Jahre)
  • 4.080 mAh Akku
  • Ports: 1 x USB 3.0, 1 x USB 2.0, 1 x HDMI Out, SD-Kartenleser, UMTS-Slot, 1 x Audio In/Out
  • Konnektivität: UMTS/3G, WiFi 802.11a/b/g/n, Bluetooth
  • Maße: 289,6 x 208,5 x 17,5 (in mm)
  • Gewicht: 1,1 kg

Lieferumfang

  • Samsung Series 3 Chromebook
  • Netzteil
  • Schnellanleitungen

Der erste Eindruck

Nach dem Auspacken macht das Chromebook direkt einen doch recht guten Eindruck. Das Design ist definitiv gelungen und erinnert stark an das eines MacBook. Glücklicherweise wird auf zig Sticker verzichtet, was mich persönlich bei fast jedem Notebook extrem nervt. Das Series 3 ist schlank, leicht und kompakt gehalten, was ich wirklich toll finde, da es so ultraportabel wird.

Damit der günstige Verkaufspreis erzielt werden kann, muss natürlich auch Samsung irgendwo einsparen und bei diesem Chromebook hat es die Materialwahl getroffen. Das Series 3 besteht durchweg aus Kunststoff, der dazu auch recht flexibel ist. Der obere Displayrand lässt sich beispielsweise leicht etwas eindrücken und wenn man etwas fester auf die Rückseite des Bildschirms drückt, macht sich das auf dem Display durch Wellenbildungen an den entsprechenden Stellen bemerkt. Am auffälligsten ist der Kunststoff jedoch beim Touchpad. Lars von AllAboutSamsung hatte darauf bereits verwiesen – wenngleich ich diese heftige Flexibilität bei meinem Modell nicht reproduzieren kann, ist sie grundsätzlich vorhanden und führt teilweise sogar zum ungewollten Klicken des Touchpads.

Eine weitere Konsequenz der geringen Wertigkeit des Chromebooks ist die offenbar sehr dünne Lackierung. Am gestrigen Morgen habe ich das Chromebook in meine Hängetasche gepackt und bin dann Richtung Bahn aufgebrochen, wo ich das Chromebook wieder hervorgeholt habe. Beim Auspacken ist mir dann aufgefallen, dass die Lackierung der Oberseite direkt einige heftige Abschürfungen erlitten hat und sogar eine kleine Delle hat sich gebildet. Diese Schäden nach nicht einmal 24 Stunden sind bereits mehr als bemerkenswert und die Tatsache, dass es sich lediglich in einer Tasche befand, lässt mich bereits daran zweifeln, ob das Gehäuse des Chromebooks eine längere Zeit im mobilen Einsatz zumindest äußerlich überleben würde.

Die Tastatur, auf der ich gerade diesen Beitrag schreibe, und das Touchpad machen auf mich generell einen guten Eindruck. Scrolling funktioniert über die Multitouch-Gesten einwandfrei und das Touchpad ist großzügig bemessen. Das Schreiben stellt auf der Tastatur des Series 3 nach kurzer Eingewöhnungszeit keine Probleme mehr dar und macht sogar Spaß. Zu beachten gilt hier definitiv, dass Chromebooks alle miteinander ein etwas abgeändertes Tastaturlayout besitzen. Capslock ist z.B. nicht vorhanden und wurde durch eine Search-Taste ersetzt. Auch verschiedene Hotkeys für die Navigation können genutzt werden.



Chrome OS machte bei mir in den ersten Stunden der Benutzung keine Probleme. Das System ist flott, reagiert schnell auf Benutzereingaben, fährt sehr schnell hoch und ist nach dem Standby ebenfalls wieder extrem schnell einsatzbereit. Dazu ist es wirklich sehr schnell eingerichtet und startklar nach der Erstkonfiguration. Sicherlich ist das Betriebssystem funktionell gesehen im Vergleich zu Windows oder OS X eingeschränkt, allerdings verspüre ich persönlich noch nicht das Verlangen, an diesem Gerät mehr Möglichkeiten zu haben. Derzeit passt es (noch?).

Erstes Fazit


Bisher gefällt mir das Series 3 Chromebook insgesamt recht gut. Der Formfaktor ist mit dem 11,6”-Display toll und extrem mobil. Bisher hat mich auch Chrome OS noch nicht im Stich gelassen. Sicherlich wird es interessant sein, wie sich der Exynos-Prozessor und die zwei GB RAM in der Alltagsnutzung bemerkbar machen werden und ob sie das Chromebook letztlich ausbremsen.
Erschüttert und ebenso überrascht war ich natürlich über die frühen Schäden. Ich bin gespannt darauf, wie das Gerät in ein paar Wochen aussehen wird und habe gerade doch einen gewissen Respekt davor, es weiter mobil mit mir herumzutragen.

Ebenfalls interessant wird für mich vor allem auch der produktive Faktor am Chromebook sein. Kann ich letztlich besser, schneller und konzentrierter arbeiten? Hilft mir die Beschränkung auf’s Wesentliche oder ist dieser Gedankengang Humbug? Dieses Thema wird im letztlichen Testbericht eine große Rolle spielen und ich freue mich darauf, sie in den nächsten Tagen zu beantworten.

Habt ihr Fragen zum Series 3 Chromebook? Wenn ja, stellt sie einfach in den Kommentaren! Ich freue mich darüber, sie dann im Testbericht zu beantworten!

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  • Marcel

    “Sicherlich ist das Betriebssystem funktionell gesehen im Vergleich zu Windows oder OS X eingeschränkt, allerdings verspüre ich persönlich noch nicht das Verlangen, an diesem Gerät mehr Möglichkeiten zu haben. Derzeit passt es (noch?).”

    Klingt komisch, aber genau das empfinde ich als großen Vorteil – zumindest dann, wenn man mit dem Gerät wirklich nur Surfen oder Schreiben möchte, sprich als zusätzliches Gerät nutzt. Keine Updates, keine Programmwahl. Starten und gut ist.

    • http://about.me/charles.engelken Charles Engelken

      Genau das ist für mich auch der Grund, warum ich nicht nach mehr Funktionen lechze!

  • Horst Scheuer

    Ich bin seit einiger zeit auch am überlegen ob ich mir nicht so ein Chromebook anschaffen soll. Allerdings liebäugele ich mit dem Gerät von Acer aus dem Playstore. Ich denke mal Windows wird dieses Chrome OS wohl nie ganz ersetzen können, aber für meine “Internetausflüge” dürfe des reichen.

    • Marcel

      Das Acer ist allerdings dicker, schwerer und mit geringerer Alkulaugzeit, imho.

      • http://horst-bloggt.de/ Horst Scheuer

        Ja, habe ich gelesen. Doch von dem Samsung berichten alle über die schlechte Qualität des Gehäuses.

  • http://xyonline.de/ DanielB

    Ich brauche ein Gerät zum Schreiben für unterwegs und da muss es definitiv robust sein. Wenn du schon nach 24 Stunden solche, ich bezeichne es mal als Schäden, aufweisen kannst, dann glaube ich nicht an eine lange Lebensdauer.

  • Georg

    Wieso sind eigentlich die meisten (mir bekannten) Chromebooks eher im Billig-Segment angeordnet? Ich kenne bisher nur ein wirklich wertiges Gerät, und das war von Google selber glaube ich…wenn man die Cloud mag und aktiv einsetzt, ist das Gerät doch phantastisch. Kein Grund, sich da künstlich zum Billigheimer zu degradieren?

    Könntest du bei Gelegenheit auch mal schauen. ob das Gerät auch andere Betriebssysteme bootet? Ich fände einen Dualboot von Chrome OS und einem Linux sehr sexy…unterwegs und zum Surfen blitzschnell Chrome OS gestartet, für “schwere” Arbeiten Ubuntu. Ist dieses Gerät denn wie ein Tablet auf ein Betriebssystem festgelegt?

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