Quip: Intuitiv Textdokumente erstellen mit Team-Funktionen

Google Docs, Word, LibreOffice und Co. – wir alle kennen diese populären Anwendungen, mit denen teils sehr umfangreiche Textdokumente erstellt werden können. Im Prinzip funktionieren sie alle auf die gleiche Art und Weise, lassen sich ähnlich bedienen und bieten vor allem bei der Kollaboration im Team oft Schwächen.

Die Entwickler hinter Quip, die zuvor größtenteils bei Google und Facebook arbeiteten, gehen nun mit ihrer Vorstellung des idealen Word-Processors an den Start und wollen das Feld komplett aufräumen. Dabei werden viele Konventionen in Sachen Bedienung und generellem “Feeling” mit dem Ziel einer intuitiveren Bedienung über Bord geworfen.

Desktop, Ordner und Archive

Die Basis für alle Aktivitäten in Quip ist der Desktop, die eigentliche Verwaltungsoberfläche. Dort können Dokumente in verschiedene Ordner einsortiert und archiviert werden, sofern sie nicht mehr benötigt werden. Auch eine Suchfunktion steht hier zur Verfügung. Neue Ordner lassen sich natürlich auch erstellen, in die Kollaboranten eingeladen werden können.


In der linken Sidebar sieht man dazu die letzten Aktivitäten aller Quip-Kontakte. Von dort aus kann man an diese auch Nachrichten verfassen und abschicken (was zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht funktioniert). Ein Klick auf eine Aktivität öffnet dann eine Detailansicht, die entsprechend anzeigt, was derjenige in welchem Dokument gemacht hat.

Texterstellung: Intuitiv und kollaborativ

Der eigentliche Kern von Quip ist aber natürlich die eigentliche Texterstellung. Dort lässt die Webapplikation dann erst recht ihre Muckis spielen. In der linken Sidebar sieht man wieder die letzten Aktivitäten, die hier aber natürlich nur die Aktivitäten der Teammitglieder im aktuellen Dokument umfassen. Ein Klick darauf bringt wieder die Detailansicht in den Vordergrund.

Spannend wird es aber erst im Editor. Auf den ersten Blick fehlen jegliche Formatierungsoptionen, wie man sie aus Word und Co. kennt. Vorhanden sind sie allerdings hinter dem blauen Button auf der rechten Seite. Klickt man auf einen Absatz und hovert mit dem Mauszeiger anschließend über diesen Button, lässt sich grundsätzlich erst einmal festlegen, ob es sich hier um einen normalen Absatz, eine Schriftgröße oder eine Aufzählung handelt. Für die Überschriften stehen dann noch drei verschiedene Größenordnungen zur Verfügung und Aufzählungen lassen sich entweder als Liste, nummeriert oder auch als Checkliste darstellen. Diese Lösung ist dabei unheimlich intuitiv und simpel gelöst.

Bilder und andere Dateien lassen sich ebenfalls in Dokumente einfügen: Entweder in die linke Sidebar als Anhang oder direkt inline im Dokument. Größe und Anordnung von Bildern kann man dabei simpel per Drag & Drop vorgeben, was viel mehr Sinn ergibt und ebenso um einiges intuitiver ist, als das lästige Hangeln durch das Kontextmenü, wie man es beispielsweise von Word kennt. Des Weiteren lassen sich auch Tabellen einfügen, Mitarbeiter markieren und auf andere Dokumente hinweisen.


Des Weiteren lassen sich Textabschnitte fett und kursiv markieren, sowie unterstreichen, was komplett über Tastaturkürzel geschieht. Auch Links können gesetzt werden, wenn man weiß, wie das geht. Weitere Formatierungsmöglichkeiten sollen folgen, allerdings betonen die Entwickler, dass man hier keine Flut an Möglichkeiten bieten wird, da man eben einen simplen Word-Processor anbieten will, dessen Dokumente konsistent aussehen. Und seien wir mal ehrlich: Sicherlich gibt es dann und wann mal Situationen, in denen man mehr gebrauchen könnte, zumeist aber reicht das bereits aus.

Auch die kollaborativen Elemente sind im Editor stark ausgeprägt. Wie man es von Google Docs kennt, können mehrere Personen gleichzeitig an einem Dokument arbeiten. Die einzige Einschränkung ist allerdings, dass ein Absatz nicht von zwei Personen gleichzeitig bearbeitet werden kann – hier wollen die Entwickler wohl Konflikten bei der Synchronisation der Änderungen vorbeugen. Bearbeitet jemand allerdings gerade einen Absatz, den man selbst unbedingt sofort bearbeiten möchte, kann man den Absatz per Klick auf das Profilbild des anderen Nutzers übernehmen, sodass die Änderungen eingepflegt werden können. Google Docs hat keine solchen Einschränkungen, was unter Umständen dazu führen kann, dass sich Sätze und Absätze verschachteln und verschieben – Quip gewäht durch diese Einschränkung also mehr Kontrolle über das letztliche Ergebnis des Dokuments. Fertige Dokumente können dann entweder direkt ausgedruckt oder als PDF-Datei exportiert werden.

Apps für Android und iOS


Neben der Webapplikation bieten die Entwickler auch für iOS, sowie eine Android-App im Beta-Status an. Die Funktionalität ist hier exakt die Gleiche, wie im Browser. Generell merkt man Quip überall an, dass beim Design im Vordergrund stand, dass die Benutzung überall gleich ausfällt und ebenso gut funktioniert, weswegen sich über die Apps im Speziellen eigentlich wenig sagen lässt, da sie eben genau so funktionieren.


Das beste aus Word und Google Docs “in simpel”

An allen Ecken und Enden merkt man, dass die Entwickler mit der Bedienung von Word unzufrieden sind, es sinnvoll reduzieren und zugleich noch den besten Aspekt aus Google Docs mitnemen und verbessern wollten: Das gleichzeitige Bearbeiten von Dokumenten. Beides haben sie geschafft und ich bin schwer beeindruckt vom bisherigen Ergebnis. Quip ist modern, simpel, teamorientiert und auf mehreren Betriebssystemen verfügbar.

Persönlich tendiere ich seit einiger Zeit immer wieder gerne zu Markdown-Tools, allerdings hat Quip gegenüber Document.ly und Co. einen entscheidenden Vorteil: Rich Text! Viele Nutzer wollen sich keine weitere Auszeichnungssprache zum Gliedern und Formatieren von Texten aneignen, sondern bestehendes Wissen weiterverwenden und dieses bestehende Wissen lässt sich beim Thema “Dokumenterstellung” in den meisten Fällen auf ein Wort zusammenfassen: “Word”. Nutzer müssten sich hier also nicht großartig umgewöhnen und könnten fast direkt loslegen, was auch das Ziel der Entwickler war.

Wie gesagt: Ich bin schwer begeistert von Quip und werde den Dienst zukünftig bestimmt nutzen und kann mir z.B. super vorstellen, mit mehreren Autoren gemeinsam und gleichzeitig an einem größeren Blogbeitrag zu arbeiten. Wer einen modernen, simplen und trotzdem funktionellen Word-Processor sucht, sollte sich Quip ebenfalls auf jeden Fall anschauen. Dabei gibt es eine kostenlose Version, sowie eine Business-Option – eine Enterprise-Stufe soll darüber hinaus bald verfügbar sein. Welche Funktionen ab welcher Stufe verfügbar sind und wie die Preisstaffelung genau aussieht, könnt ihr natürlich auf der Quip-Webseite einsehen.

Quip.com

Quip
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Entwickler: Quip, Inc.
Preis: Kostenlos
Quip
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Entwickler: Quip
Preis: Kostenlos

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