Mailbird für Windows: Schöner und funktioneller Gmail-Client

Ich bin immer noch davon überzeugt, dass das Jahr 2013 das große Jahr der E-Mail werden kann. Es fühlt sich an, wie eine Auferstehung: Jahrelang dümpelten E-Mails als unbequemer, aber nötiger Ballast umher. Innovationen gab es (seit der Vorstellung von Gmail im Jahr 2004) keine, neue Clients und Applikationen, die das Verwalten der E-Mails verbessern wollten, kaum. Das aber hat sich dramatisch geändert. Innovative E-Mail-Applikationen kommen immer stärker auf den Markt. Das aktuellste Beispiel ist Mailbox für das iPhone, das sogar bereits von Dropbox aufgekauft wurde.

Die Windows-Applikation Mailbird will E-Mails ebenfalls wieder sexy machen. Im Gegensatz zu Alto Mail und Inky sollen aber nicht unbedingt innovative Funktionen beeindrucken, sondern viel mehr die einfache Bedienung und die schöne Optik, die alles in allem wie für Gmail gemacht sein soll. Das Ganze erinnert dabei sehr an Sparrow, einer bekannten und inzwischen von Google aufgekauften Mail-Applikation für OS X und das iPhone.

Mailbird versucht sich dabei offensichtlich, zunächst auf das Wesentliche zu fokussieren, um Pro-Features auf den anschließenden, zweiten Blick zu offenbaren. Das funktioniert wunderbar. Das Design ist wunderbar minimalistisch, hübsch und einladend.


Die angedeuteten Pro-Features bieten darüber hinaus ebenfalls einiges. Man muss hierzu sagen, dass Mailbird derzeit nur Gmail unterstützt. Dessen Funktionalitäten werden dafür aber sehr gut unterstützt. Gmail-Labels und -Hotkeys (sowie Mailbird-spezifische Hotkeys) lassen sich beispielsweise einwandfrei nutzen, und sogar das Konfigurieren mehrere Absenderadressen mit jeweiligen Signaturen und Einstellungen ist möglich. Hier übernimmt Mailbird zwar leider (noch?) nicht eventuelle, bereits in Gmail eingerichtete, Absenderadressen, allerdings ist die pure Verfügbarkeit einer solchen Funktion bereits ein großer Schritt in die richtige Richtung, den nur die wenigsten Clients beherrschen.






Darüber hinaus haben die Entwickler der Applikation auch noch ein Erweiterungssystem spendiert, für das es bereits einige Erweiterungen gibt. Diese sind zum aktuellen Zeitpunkt zwar zumeißt nicht viel mehr, als nur schlichte Web-Views (die Plugins für Dropbox Google Drive laden z.B. schlicht die jeweiligen Webseiten) allerdings gibt es auch schon mächtigere Erweiterungen, mit denen man beispielsweise gezielt nach Mail-Anhängen suchen kann.
Sozial will Mailbird ebenfalls sein, da es eine Facebook-Integration vorweisen kann. Nach dem Login greift Mailbird beim Aufsetzen von E-Mails auf die dortigen Kontakte zurück und schlägt diese als Adressaten vor. Dazu gleicht die App auch noch die Profilbilder der Absender mit deren Facebook-Profilbild ab und zeigt diese entsprechend an.

Noch befindet sich Mailbird in der öffentlichen Beta-Phase, sodass die Applikation frei in vollem Funktionensumfang genutzt werden kann. Später soll es zum fertigen Release ein Abonnement-Modell geben, bei dem man für die Nutzung der App 12 US-Dollar bezahlt. Eine kostenfreie, im Funktionsumfang eingeschränkte, Version soll es dann dazu auch noch geben. Während die Beta-Phase läuft, kann man das Abonnement übrigens für neun US-Dollar pro Jahr.

Der aktuelle Beta-Status erklärt zudem auch noch verschiedene kleinere Ärgernisse, die es bei der Nutzung von Mailbird gibt. Unter anderem lässt die Performance (zumindest bei mir) streckenweise zu wünschen übrig, sodass es beispielsweise beim Scrollen durch die Inbox zu Rucklern kommt und das Öffnen von E-Mails immer ein wenig länger dauert, als man es gerne möchte. Letzteres hängt sicherlich auch damit zusammen, dass Mailbird die Gmail-Konnektivität lediglich via IMAP4 realisiert, welches eben nicht der schnellste Standard ist. Auch das Absenden und Nachladen von E-Mails dauert deswegen etwas länger, als man es von der Gmail-Weboberfläche gewohnt ist. Für einige Nutzer ist es ebenfalls problematisch, dass Mailbird lediglich ein Gmail-Konto zur gleichen Zeit integrieren kann. Bis zum finalen Realese soll es aber auch möglich sein, mehrere E-Mail-Konten zeitgleich einzubinden.

Sofern die Entwickler diese Probleme aber noch in den Griff bekommen, ist Mailbird für mich persönlich die Gmail-App für Windows, auf die ich gewartet habe: Ein optisch hübscher Desktop-Client mit konfigurierbaren Absenderadressen, weiteren Pro-Funktionen und als Bonus dazu noch einem Erweiterungssystem. Die Applikation sollte man also dringend zumindest im Auge behalten. Ich persönlich wäre dann auch bereit, den jährlichen Preis zu zahlen, da E-Mails einfach ein Aspekt sind, mit dem ich täglich sehr viel zu tun habe. Da darf eine gute Anwendung dann auch gerne mal etwas kosten. Wie gefällt euch Mailbird und wie steht ihr zum geplanten Abo-Modell?


Mailbird.com

  • Tim W.

    Sieht ganz nett aus, nur der Link am Ende ist tot bzw. führt zur definitiv falschen Website. Die richtige Seite müsste http://www.getmailbird.com/?lang=de sein

    • http://about.me/charles.engelken Charles Engelken

      Ah, Danke für den Hinweis, da ist mir ein Fehler unterlaufen. Habe den Link angepasst.

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