Google+: externes Kommentarsystem in der Mache – was zum Erfolg nötig ist

Wie ihr wahrscheinlich schon mitbekommen habt, entwickelt Google, laut internen Quellen (siehe dazu z.B. den Beitrag im GoogleWatchBlog), ein eigenes Kommentarsystem, das auf Google+ aufbauen soll. Ähnlichzu anderen Systemen wie Disqus (bäh), IntenseDebate (ok) und Livefyre (hui) bindet man das Kommentarsystem z.B. in das eigene WordPress Blog ein und lässt die Kommentare dann über den jeweiligen Dienst laufen.

Eben das will Google in naher Zukunft auch anbieten, womit man in allererster Linie mal wieder Facebook mit deren eigenen Kommentarsystem Konkurrenz machten wird. Also muss Google+ mit Features aufwarten, die es nur dort gibt und die mehr oder weniger exklusive Vorteile bieten. Aber was werden die Google+ Comments haben müssen für diesen Erfolg?

Kommentare auf Google+ - bald auch im eigenen Blog

Performance

Wenn wir uns den +1 Button mal so anschauen, wird eines recht deutlich: mit der Performance hat man es bei Google nicht so sehr. Verhältnismäßig braucht der +1 Button einfach recht lange zum Laden, was sich natürlich zum Einen auf die Gesamtladezeit einer Seite auswirkt und zum Anderen nervig auffallen kann. Google wird also gut daran tun, das Kommentarsystem auf möglichst performant zu trimmen, denn wenn es noch länger zum Laden braucht als IntenseDebate wird das sowieso nichts. Das ist nervig, das wird nicht genutzt.

Alternative Kommentarmöglichkeiten

Natürlich wird es darauf hinauslaufen, dass das Kommentarsystem von Google+ nur mit einem Google Account nutzbar sein wird – auch, weil es darauf zugeschnittene Funktionen geben wird (siehe unten). Dass das nicht ideal ist, können wir uns aber alle vorstellen. Erstens hat nicht jeder einen Google Account und zweitens möchte man vielleicht auch mal anonym kommentieren (nein, ich meine nicht die üblich anonyme Troll-Fraktion). Da verschenkt man dann natürlich potentielle Kommentarzahlen, wenn man nur das Kommentieren via Google+ erlaubt.

Es braucht also, meiner Meinung nach, mehr als nur Google+ um ein erfolgreiches Kommentarsystem zu bauen. Zumindest ein klassisches Eingabefeld für Daten und Kommentar sollte es optional geben.

Innovationen

Um als Kommentarsystem heute noch jemanden hinterm Ofen hervorzulocken, muss man schon tolle Features mit sich bringen. Social Commenting gehört ja schon lange zum Standard alternativer Kommentarsysteme. Es muss also etwas anderes her. Und Google+ wird genau dieses etwas andere mit sich bringen.

Das, worum es mir geht, ist die direkte Synchronisation der Kommentare zwischen Blog und Google+. Der (nicht mehr so ganz) internen Information nach werden im Blog geschriebene Kommentare direkt mitsamt Link zum Beitrag auf Google+ gepostet, wo der Beitrag dann auch kommentiert werden kann. Alle Kommentare, die dann zum Beitrag in Google+ und im Blog getätigt werden, werden untereinander synchronisiert. Das kann eine unheimlich virale Wirkung haben und viel Traffic erzeugen – sowohl für das Blog, als auch für Google+. Eine zentral gesammelte Diskussion ist genau das, was in derzeitigen Kommentarsystemen fehlt, denn Kommentare, die via Facebook oder Twitter abgegeben werden, bleiben meistens auch da, sodass Außenstehende davon nichts mitbekommen. Das ist schade und verbesserungswürdig und genau da setzt Google eben an.

Wenige, aber dafür umso wichtigere Argumente

Das sind meiner Meinung nach die drei Komponenten, in denen ein neues Kommentarsystem überzeugen muss um erfolgreich zu werden. Ob Google dies alles erfüllen können wird und ob das die offensichtlichen Nachteile eines externen Kommentaranbieters (Abhängigkeit eines Dienstes gegenüber usw.) aufwiegen können wird, muss sich zeigen. Ich hoffe, dass Google seine Hausaufgaben machen wird und ein tolles Kommentarsystem bieten wird. Denn das Standardsystem in WordPress z.B. ist offensichtlich nicht das Gelbe vom Ei und auch andere Dienste haben teilweise eklatante Schwächen. Wenn Google das ausnutzen kann und einen guten Kommentardienst anbieten kann, dann rechne ich durchaus damit, das Google Erfolg damit haben kann.

Was muss ein Kommentarsystem auf Basis von Google+ denn eurer Meinung nach so bieten um erfolgreich sein zu können?

  • Pingback: (@CocasBlog) (@CocasBlog)

  • http://www.xyonline.de DanielB

    Die Synchronisation der Kommentare auf den unterschiedlichen Plattformen ist eines der größten Gründe, warum ich die Idee von Google+ für “gut” befinde und deren Kommentarfunktion einbauen würde.

  • Pingback: (@stang2k) (@stang2k)

  • http://www.passsy.de Pascal

    Ich fände es sehr klasse wenn mir im blog angezeigt würde, wenn jemand meine artikel shared. Und dass die kommentare zusammengefasst werden ist echt ein must have. Aber irgendwie glaube ich da noch nicht richtig dran

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