Das Google+ Redesign oder: wie man es falsch macht

Heute ist wohl großer Tag der Redesigns. Nachdem Springpad heute das neue Design der Notizverwaltung freigegeben hat, war auch Google+ an der Reihe. Die Entwickler sahen sich wohl aus irgendeinem Grund zu diesem Schritt gezwungen. Und scheinbar musste das Redesign dann schnell fertig sein, denn wirklich final ist es keinesfalls. Zwar gibt es eine Menge guter Ansätze und Ideen, allerdings sind die wenigsten wirklich zu Ende gedacht.

Mit Abstand am Besten gefällt gefällt mir die neue Navigation, die jetzt links zu finden ist. Bis auf den Button für die Übersicht ist diese komplett anpassbar. Man kann die einzelnen Elemente also per Drag ‘n’ Drop nach Belieben neu anordnen und Elemente, die man eher nicht benötigt, unter “Mehr” sammeln, sodass diese erst sichtbar werden, sobald man über eben jenes “Mehr” hovert. Das ist absolut sinnvoll und außerdem hat man so auch direkten Zugriff auf seine Google+ Seiten.

Rein optisch weiß das neue Design ebenfalls zu gefallen. Weiß und helles Grau haben hier Vorrang, was freundlich, modern und schlicht wirkt. Zwischen Stream und Chatbox wurde ein ausreichend dicker Rand gesetzt zur Unterscheidung. Sauber umgesetzt, bisher gut gemacht, Google.

Jetzt aber muss ich mit der Kritik anfangen und die fängt schon beim grundlegenden Aufbau an. Man ist bei Google wohl davon überzeugt, dass die meisten User ihren Browser als mittelgroßes Fenster betreiben und nicht über die gesamte Breite des Monitors. Während der neue Aufbau also in besagtem kleineren Fenster noch brauchbar ist, wird es mit maximiertem Fenster beinahe lächerlich. Mehr als die Hälfte der mittleren Hauptspalte ist purer, ungenutzter Whitespace! Das geht gar nicht! Was aber noch weniger geht ist die linksbündige Ausrichtung des Streams!

Neues Google+ Design im kleineren Browserfenster

Neues Google+ Design im maximierten Browserfenster

Ganz nebenbei hat man bei Google+ auch noch die Chatbox von links nach rechts beordert und sie über die gesamte Höhe gezogen. Hintergrundbilder für die Benutzerprofile gibt es nun auch. Letzteres nennt sich bei Facebook übrigens Titelbilder und inwiefern man beides gut findet, muss jeder für sich selbst wissen. Ich persönlich sehe es mit zwei zuckenden Schultern, dass sich Google was bei Facebook abgeschaut hat.

Google+ Profil mit neuem Hintergrundbild

Ebenfalls verschwunden ist die Fotowand, die gespickt war mit Bildern der eingekreisten Kontakte. Nun sieht man nur noch sein eigenes Bildmaterial. Das ist schade, wenn man gerne einfach nur in aller Ruhe die Fotos der anderen optisch schön aufbereitet durchschauen wollte. Für mich persönlich ist das allerdings kein Beinbruch. Ich habe die Fotowand nur sehr selten genutzt und die Lightbox für die Bilder finde ich seit jeher schrecklich.

Im Großen und Ganzen waren das die hauptsächlichen Änderungen. Neben denen gibt es natürlich noch einige andere, wie die seltsam unlesbare mittelgraue Schriftfarbe im Stream oder den allgemein gequetschten Look, den der Stream nun durch den vielen Whitespace hat. Google ist also deutlich gezwungen in möglichst naher Zukunft weitere Optimierungen durchzuführen. Zumindest der Whitespace muss unbedingt mit irgendwelchen Inhalten befüllt werden. Meinetwegen z.B. gerne mit den “angesagten Beiträgen” irgendsowas. In der jetzigen Form jedenfalls ist Google+ so deutlich schlechter als vor dem Redesign – sowohl optisch, als auch in puncto Aufbau und Benutzbarkeit.

Unleserliche Schrift in den Kommentaren

Wenn ihr mehr zum Thema lesen wollt, dann kann ich euch noch den Beitrag von Wishu empfehlen. Der hat das Ganze sehr detailliert aufgebröselt und bietet für einige Probleme auch erste Workarounds an (z.B. eine Zentrierung des Streams).

Das neue Google+ Design: der berühmte Schuss in den Ofen oder (hoffentlich) die erste Vorbereitung auf einen richtig großen Rundumschlag? Eure Meinungen sind gerne in den Kommentaren gesehen!

  • Pingback: Marco (@Bullubu)

  • http://ideen-aus-dem-netz.de Daniel B.

    Treffend beschrieben .. ein paar Tage nicht mehr vorbeigeschaut und schon findet man nichts mehr wieder. Und der linksbündige Stream ist mehr als nervig. Weiterentwicklung ist ja ok, aber muss man denn immer gleich alles über den Haufen werfen?

  • Pingback: (@joshuadrewlow) (@joshuadrewlow)

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  • Pingback: Anja Gnest (@anjagnest)

  • http://www.netzblogr.de NetzBlogR

    Google schrieb, dass der extrem große Weißraum für zukünftige Dinge freigehalten wird. Und ich möchte gar nicht wissen, was das sein wird, denn darunter wird die Übersichtlichkeit definitiv leiden.

  • Pingback: Chr. Mueller-Girod (@schwarzesgold)

  • Pingback: Wie Google Plus Facebook kopiert | BURAK.TO - it's so simple

  • http://www.videokamera.com/ Stefan.m

    Haha . Ist wohl klar, dass der weiße Freiraum nicht weiß bleibt. Ich hoffe aber nicht, dass sie zu viele Features integrieren und später kennt sich keiner mehr aus. Ich denke es ist noch ein langer Weg bis die meisten Leute umdenken und google+ dem Facebook vorziehen. Im Moment sieht es für Google+ eher schleppend aus aber man kann ja nie wissen, was google aus dem Ärmel schüttelt :)

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