Ich habe lange Zeit mit mir gerungen und überlegt, ob ich es wirklich durchziehen soll. Letztlich aber führt auf kurz oder lang kein Weg daran vorbei, also habe ich es nun endlich durchgezogen: Künftig wird die Kommentarfunktion in diesem Blog über den Service von Disqus laufen.
Die Gründe
Das Standard-Kommentarsystem von WordPress ist alles andere als mächtig oder angenehm in der Benutzung. Zum Kommenieren muss man jedes Mal die eigenen Daten eingeben, die Seite wird nach dem Abschicken eines Kommentars neu geladen und weitere Funktionen müssen über Plugins oder eigene Funktionen hinzugefügt werden. Ich möchte die Hürde zum Kommentieren allerdings so niedrig wie möglich halten, also war mir der Standard schon lange ein Dorn im Auge, weswegen ich in der Vergangenheit beispielsweise auch Livefyre testweise akiviert hatte.
Die Vorteile
An erster Stelle stehen natürlich die Social-Logins, damit Nutzer einfach und unkompliziert ihre Kommentare abgeben können. Ja, diese Möglichkeit gab es hier im Blog auch früher schon, allerdings hat das Plugin Social Login dabei für jeden einen neuen Benutzer-Account erstellt, sodass diese auch (zwar nur eingeschränkt) Zugriff aufs Backend hatten und dazu noch die Adminbar von WordPress sehen konnten (Danke an René für den Hinweis). Das wollte ich auf aber eben nicht.
Darüber hinaus ist Disqus inzwischen auch ziemlich gut geworden. Die Funktionen stimmen beispielsweise: Kommentare können bewertet werden, Email-Benachrichtigungen sind natürlich auch dabei und die Kommentare werden mit der blogeigenen Datenbank synchronisiert. Außerdem ist Disqus ein Live-System: Kommentare können ohne Neuladen der Seite abgegeben werden und auch neue Kommentare werden live angezeigt. Optisch hat Disqus ebenfalls riesige Fortschritte gemacht, sieht inzwischen richtig klasse aus und fügt sich somit gut ins Blog-Design ein – auch auf mobilen Geräten macht das System eine gute FIgur. Neu hinzugekommene Funktionen, wie die Anzeige anderer Kommentare in anderen Beiträgen runden das Gesamtbild ab.
Die Nachteile
Kein Kommentarsystem kommt ohne Nachteile aus und so ist das natürlich auch bei Disqus. Ein Nachteil wird für einige bestimmt sein, dass ihre Daten auf US-Servern gespeichert werden. Von diesem Einwand halte ich nicht viel, da man dann im Grunde den Router abschalten könnte. Am besten ist man dann noch bei Facebook oder anderen Netzwerken aktiv und benutzt dann dieses Argument gegen Disqus. Ich habe übrigens mein Impressum über einen entsprechenden Eintrag ergänzt und gebe einen Hinweis auf diese Umstände.
Ein weiterer Beweggrund für die Antipathie gegen Disqus ist für viele auch, dass man als Gastkommentator ohne Disqus-Login keine URL zum eigenen Blog bei einem Kommentar setzen kann. Ich sehe diesen Grund ziemlich kritisch: Sind Kommentare wirklich nur dafür da, um einfache Backlinks zu setzen? Ich jedenfalls kommentiere auf anderen Blogs nicht, um Backlinks zu bekommen sondern, um mich am Thema und an der Diskussion zu beteiligen. Wer darüber hinaus auf seine Webseiten hinweisen möchte, soll sich einen Disqus-Account erstellen. Dort können sogar beliebig viele URLs hinterlegt werden.
Fazit: “Disqus ist böse” = “Mimimi”
Wofür Disqus Nutzerdaten haben möchte, wird erklärt und ist auch hinlänglich plausibel und merkbar: Die Spamerkennung ist ungeahnt treffsicher, bei mobiFlip ist beispielsweise niemals Spam durchgekommen. Selbst mit mächtigen WordPress-Plugins, wie Antispam Bee ist das so nicht drin. Ich kann es außerdem nicht mehr hören, dass jeder Dienst und jedes Unternehmen per se “böse” ist. Disqus ist ein klasse Service und das Kommentarsystem hat sich als gut und zuverlässig erwiesen.
Das heißt prinzipiell nicht, dass ich mich komplett gegen Einwände oder Kritiken bzgl. Disqus stelle. Dann aber sollten diese Gründe nicht die oben genannten sein, denn derer bin einfach müde. Mein Beschluss steht im Grunde allerdings fest: Disqus wird für die Kommentare in diesem Blog zukünftig feststehen und ich bin heilfroh, diesen Schritt endlich durchgeführt zu haben.


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