Hierzulande kennen wir alle die Situation rund um YouTube: Viele Videos mit GEMA-Inhalten werden auf Grund von Streitigen mit Google gesperrt und können ohne Hilfsmittel nicht abgespielt werden. Solche Hilfsmittel gibt es aber in Form von Proxies genug und für die gängigen Browser gibt es auch entsprechende Erweiterungen, die das Ganze automatisieren.
Eine solche Erweiterung, die ich selbst lange Zeit genutzt habe, ist “ProxTube”, über die ich ja auch geschrieben hatte. Die stammt vom Entwickler Malte Götz und war ziemlich cool. Zwischenzeitlich hat man bei Google etwas bei der Videoauslieferung geändert, um derartigen Erweiterungen einen Riegel vorzuschieben. Damit derartige Erweiterungen weiterhin funktionieren, müssen eigene Proxyserver als Zwischenstufe eingesetzt werden, die bei so rege genutzten Erweiterungen, wie ProxTube eine ist, entsprechend viel Geld kosten.
Aber auch eine Firma muss diese Server bezahlen und das geht wohl nicht ohne weiteres. Was machen die Entwickler also? Sie schließen eine Partnerschaft mit den Entwicklern der Erweiterung FoxyDeal, dessen Toolbar nun am oberen Fensterrand einiger Online-Shops (darunter Amazon) eingeblendet wird. Diese ist Teil des Updates der letzten Nacht. Ein offizielles Statement dazu gab es dazu bisher nicht. Erst auf Nachfrage äußerte man sich auf der Facebook-Seite dazu:
Seit einer Umstellung von Youtube haben wir mehrere Server ordern müssen, damit der Betrieb von ProxTube wieder aufgenommen werden konnte. Diese lassen sich jedoch nicht mehr durch Spenden finanzieren. Wir testen daher nun einen anderen Weg: die Kooperation mit einem anderen Addon Namens FoxyDeal. FoxyDeal hilft günstigere Preise zu finden und schlägt beim Besuch von einem Online Shop andere Online Shops vor, die den Artikel günstier anbieten. Nach einem Testzeitraum von 1-2 Wochen kann die Funktion deaktiviert werden. In Kürze gibt es hierzu ein offizielles Statement.
Das Brisante daran? Bei der Installation bzw. der Aktualisierung der Erweiterung wird der Nutzer nicht gefragt, ob er damit überhaupt einverstanden ist. Er weiß also gar nicht, was ihm da mitinstalliert wird. Per Definition ist ProxTube damit Malware, da diese den Inhalt ohne Wissen des Nutzers einschleust. Darüber hinaus kann man bei Reddit nachlesen, dass die URL, auf der man sich befindet, an einen Server geschickt wird und, dass ein versteckter Frame eingefügt wird, der Werbe-Code enthält, womit aller Wahrscheinlichkeit nach Geld verdient wird. Der genaue Wortlaut ist folgender:
It sends the URL you’re at to the server, so they can track your every move. Also injects a hidden frame containing some ad stuff, I’m assuming they make money from that.
Das fehlende Statement und die fehlende Nachfrage bei der Installation führen nun dazu, dass sich Nutzer vermehrt beschwert, was man z.B. auf der Facebook-Seite von ProxTube nachlesen kann. Die jetzigen Verwantwortlichen dürften also gut damit beraten sein, die geplante Testzeit baldmöglichst zu beenden und eine Installationsaufforderung für den FoxyDeal-Teil zu implementieren.
Die feine englische Art ist das natürlich nicht, das können wir so festhalten, denke ich. Es ist wichtig, dass Nutzer sich darüber bewusst werden – vor allem, wenn eine offizielle Stellungnahme, auf die man hätte verweisen können, lange fehlte. Evtl. nutzen hier ja einige selbst noch die Erweiterung und wundern sich über die eingeblendete Toolbar. Wie dem auch sei: Am Ende des Tages müsst ihr wissen, ob ihr das tolerieren wollt, oder die Erweiterung nun deinstalliert. Darüber Bescheid wissen und es anderen Unwissenden mitteilen – das ist das Wichtige.


