Mit dem iPad in der Schule: Meine Apps und der Workflow

Wer mir auf Twitter folgt, hat vielleicht schon mitbekommen, dass ich mein iPad regelmäßig in der Berufsschule als Hauptgerät nutze. Früher habe ich die Eingaben am Gerät ausschließlich über den Touchscreen vorgenommen. Das ging irgendwie und ich war beim Tippen auch recht flott, allerdings ist es auf Dauer nicht wirklich effizient. Zwischendurch stellte mir die Firma dann ein Notebook. Klar, dass ich das Gerät von diesem Zeitpunkt an auch in der Berufsschule genutzt habe und auch immer noch nutze, wenn Anwendungsentwicklung auf dem Lehrplan steht.
Vor einigen Wochen aber hat mir der Karsten ein nettes Paket für mein iPad zukommen lassen. Mit dabei war auch das Belkin F5L113de, worüber ich ja bereits ein paar Zeilen geschrieben habe. Seitdem ich diese Tastatur habe, nutze ich das iPad auch wieder in der Berufsschule. Dahingehend haben mich dann einige gefragt, welche Apps ich dafür verwende und wie der Workflow aussieht. Die Frage beantworte ich natürlich gerne. :)

/Google Docs: Der Dreh- und Angelpunkt

Um Dokumente zu verwalten und diese vor allem überall in aktueller Fassung zur Verfügung zu haben, eigent sich Google Drive hervorragend. Die dort integrierte Office-Web-App Google Docs, die ich am Ubuntu-Notebook verwende, kann alles, was ich benötige, sodass ich keine Funktionen vermisse. Auch jegliche anderen Dateien lassen sich natürlich in Google Docs ablegen und verwalten.

Die Ordnung erfolgt dort im Grunde über folgende Ordnerstruktur: Ausbildungsjahr > Schulfach > Dokumente. Das ist unkompliziert und funktioniert zudem problemlos.

In der -App von Google Drive kann man Dokumente seit kurzem auch erstellen und bearbeiten. Die Funktionalität reicht für die meisten Dinge aus, sodass ich die gerne verwende. Schriftformatierungen, Listen, Ausrichtungen, Einzüge – mehr benötige ich im Grunde meistens nicht. Einzig und allein das Erstellen von Tabellen wäre noch eine nette Funktion für den Dokumenten-Editor der -App. Ich kann momentan zwar noch ohne leben, aber haben ist eben schöner als brauchen.

Google Drive iOS-App

Mindjet: MindMaps schnell und einfach

Wenn es mal daran geht MindMaps zu erstellen, ist MindJet meine App der Wahl dafür. Die Applikation habe ich vor ein paar Monaten auch schonmal im Blog vorgestellt. Die App hat sich in den vergangenen Monaten stetig weiter entwickelt und macht das Erstellen von MindMaps einfach und unkompliziert. Fertige MindMaps lassen sich darüber hinaus via Email verschicken, wobei die einzelnen Elemente zum Einen in Listen aufbereitet werden und zum Anderen noch als PDF- und zum Anderen noch als MMAP-Dateien im Anhang liegen. Das Einzige, was ich mir noch wünschen würde, wäre eine direkte Anbindung an Dropbox oder Google Drive, aber das kann ja vielleicht noch kommen.

Mindjet iOS-App

inFlowchart: Für Ablaufpläne

Wenn es mal daran geht, Ablaufpläne zu entwickeln, habe ich mich dafür entschieden, in diesen Fällen die App “inFlowchart” zu nutzen. In der Applikation kann man nach Belieben Dokumente anlegen, die dann auch wiederum beliebig viele Unterseiten haben können, die sich allesamt mit Textfeldern, Kreisen, Rechtecken, Pfeilen usw. ausstaffieren lassen. Optisch sieht das Ganze recht unspektakulär aus, dafür funktioniert die App aber astrein. Die Bedienung ist z.B. sehr gut auf die Bedürfnisse einer Touch-Steuerung angepasst und gestaltet sich sehr angenehm. Auch Fotos lassen sich aus der Galerie oder direkt über die Kamera einfügen. Fertige Pläne lassen sich entweder als JPG-Datei in der Galerie speichern, oder direkt ausdrucken. In den Optionen kann man dann noch verschiedene Dinge, wie z.B. die Größe des Grids festlegen.

Zum Testen gibt es dabei auch eine kostenlose Version, die allerdings darauf limitiert ist, dass man pro Seite lediglich zehn Elemente einfügen kann. Wer von der App überzeugt ist und dementsprechend auch komplexere Pläne anlegen möchte, bezahlt 5,99 Euro.

inFlowchartLite iOS-App inFlowchart iOS-App

: Sonstiges und digitales Papierarchiv

Für sonstige schulrelevante Notizen (Hausaufgaben, Web-Recherchen etc.) nutze ich Evernote. Die bekannte Notizverwaltung dürfte jeder kennen und so muss ich das Ganze wohl nicht mehr groß erklären. Muss ich etwas recherchieren, sind Links aus jedem beliebigen iOS-Browser per Email schnell im richtigen Notizbuch. Mein “Schul-Notizbuch” ist darüber hinaus auch das Einzige, in dem ich Ordnung mit Tags halte, die ich ansonsten bisher nie gebraucht habe. Dadurch, dass ich Evernote auch an jedem anderen Gerät nutzen und befüllen kann, bin ich darüber hinaus unabhängig vom jeweiligen Gerät und bin immer einsatzbereit, wenn man so will.

Künftig will ich Evernote auch dafür nutzen, um generell von meinem Papierhaufen wegzukommen, der sich so in meinem Alltag anhäuft. Darunter fallen dann selbstverständlich auch Schulzettel und dergleichen, die meinen Block unglaublich aufblähen, weil ich seit Jahren konsequent zu faul bin, um auf Dauer eine Mappenstruktur durchzuhalten. Mein Plan lautet also, alle Dokmente zu digitalisieren und in Evernote geordnet abzulegen. Dafür habe ich mir übrigens just gestern Abend einen entsprechenden mobilen Scanner von Somikon (Hausmarke von Pearl) zugelegt, damit ich kein dickes Gerät hier rumstehen habe, für das sowieso kein Platz da ist. Dazu gönne ich mir dann noch einen Premium-Account bei Evernote, um unter anderem OCR (Texterkennung aus Bildern) nutzen zu können. Damit wäre ich dann wohl ganz gut aufgestellt, denke ich. Wie das dann letztlich funktioniert, werdet ihr demnächst auch bestimmt hier lesen können.

Evernote iOS-App

Fazit: Es kann funktionieren

Mit den richtigen Tools und einem eingespielten Workflow ist das produktive Arbeiten am iPad in der Berufsschule nicht nur durchaus möglich, sondern eine Tatsache. Unbedingt nötig ist dafür aber das passende Zubehör, denn ohne Tastatur-Dock funktioniert es auf Dauer einfach nicht, das habe ich selbst gemerkt. Hat man ein solches Dock zur Verfügung, das auch noch schlank gehalten ist, kann sich eine solche Kombination als echter Vorteil im Vergleich zu einem herkömmlichen (Sub-)Notebook erweisen. Der eingesparte Platz, den ich z.B. gegenüber meinem 15”er-Notebook habe, ist auf den beengten Schutischen Gold wert, um einfach auch Übersicht über seine Sachen haben zu können.
Dass ich dazu noch ein iPad mit einem 3G-Modul habe, vereinfacht die Sache natürlich noch dazu. Ich muss mir keine wirklichen Gedanken über Offline-Fähigkeiten der Apps machen, sondern lade meine Daten bei Bedarf einfach ad hoc. Mit einem WiFi-only-Gerät stelle ich mir die Handhabe eines Tablets in diesem Umfeld allerdings um einiges schwieriger vor, da man eben nicht so flexibel ist und das kostet im Endeffekt Zeit, die man nicht hat. Wenn man also darüber nachdenkt, ob man sein Tablet im Schulumfeld einsetzen will, gehört ein 3G-Modul genauso zur Grundausstattung, wie ein Tastatur-Dock. Letztlich ist es meiner Meinung nach auch ein unbedingtes Muss, dass man die Daten online ablegt, um einfach den Zugriff vom heimischen PC oder dem Notebook zu vereinfachen. Alles im Nachhinein zu Hause erst noch transferieren zu müssen, stelle ich mir denkbar unangenehm und auf Dauer auch zeitraubend vor.

Setzt ihr euer Tablet in der Schule oder in der Uni ein? Wie sieht da euer Workflow aus? Habt ihr vielleicht noch den ein oder anderen Tipp auf Lager?

Geschrieben von

Gründer des Blogs, vielseitiger Tech-Geek mit einer Schwäche für Apps und Software. Nutzt sowohl Android, iOS, Windows Phone und Windows 8. Auch bei noisiv.de und an den Wochenenden bei mobiFlip.de als Blogger tätig. Dazu auch bei Twitter und zu finden.

  • http://www.derkamener.de Hendrik

    Macbook Air 11″. Deutlich vielseitiger und ähnlich kompakt wie ein iPad mit Dock. Ja, allerdings auch teurer und ohne 3G-Modul. Da tuts aber zur Not auch ein 30 euro UMTS-Stick.

  • .chris

    Schade dass es Wikidpad nicht für mobile Plattformen gibt… :D

    Wobei, einen Pythoninterpreter und GTK+2 müsste es doch für Android geben…?

  • ptrjst

    Hi, zum Thema papierloses Büro kann ich mal den Tipp loswerden bei Whitelines vorbei zu schauen. Die haben die Evernote-Anbindung schon in ihre App eingebaut :) … leider (noch) nicht für Android…
    Deren Ideen zu verschiedenen Notizformaten gefallen mir auch.

  • ptrjst

    Ach, nochwas: die Android-App von MindManager hat die vermisste Dropbox-Anbindung! Und die funzt echt gut, auch in Verbindung mit der aktuellen Win-Version.

  • http://www.ApfelAG.de Ben

    Charles, hast Dir mal folgende Applikation angeschaut ?

    https://itunes.apple.com/app/scanner-pro-by-readdle/id333710667?affId=747172&ign-mpt=uo%3D6&mt=8

    Ich werde mir diese gleich kaufen und mal testen. ;)

    LG
    Ben

    • http://CocasBlog.de Coca

      Nee, hab ich mir bisher nicht angeschaut. Habe mir Deinen Beitrag aber mal durchgelesen. Ich weiß nicht so recht. Auf Dauer wäre mir das wohl zu anstrengend, dafür mein iPad nutzen zu müssen und außerdem hätte ich dann störende Elemente (vom Tisch oder so) drumherum. Das Dokument bei Bedarf erneut auszudrucken wird dann zum Spießroutenlauf, weil die Ränder erst wegmüssten, damit der Druck auch aussieht. Da ist ein richtiger Scanner natürlich effektiver und da bezahl ich dann auch das Mehr an Geld. Danke aber für Deinen Test und Tipp!

  • Pingback: das iPad als Dokumentenscanner nutzen, einfacher geht es kaum › ApfelAG - Das Magazin rund um Apple und Co.

  • Eddy

    Hey! guter blog!
    Besonders deine Idee deine Schuldokumente zu digitalisieren find ich gut. Das habe ich nämlich auch vor. Nur habe ich noch ein Problem-Ordnung und Struktur. Bin der Meinung, dass die Ordnung bei ONENOTE optimal einzuhalten ist und man direkt Zugriff hat auf seine Dateien-eben ohne zu warten bis was öffnet. Bei onenote kann man direkt mehrere untergeordnete Ordner einfügen.
    ZB.: Notizbuch: Mathe-(nächster Unterordner) Klasse7- Dreiecke-Einführung Dreiecksformen
    –> das heißt ich bin der Meinung, um eine gute Ordnung und Übersicht zu halten, braucht man die Möglichkeit von mind. 4 jeweils untergeordneten Ordnern….das sehe ich bei evernote leider noch nicht…da sieht es mir zu sehr nach Chaos aus….Oder wie hast du deine Notizen angeordnet??
    Habe leider noch kein gescheites Mac Programm, das ONENOTE ersetzt gefunden, eben weil es nur bei onenote die Möglichekeit gibt mehrere Unterordner einzufügen…

    • http://CocasBlog.de Coca

      Generell habe ich einzelne Notizbücher für Arbeits-, private und Schuldokumente. Die einzelnen Notizen, in denen sich die Scans befinden, werden dann noch verschlagwortet. Alle meine Arbeitszeitübersichten haben dann z.B. den Tag “Arbeitszeitübersichten”.

      Analag dazu läuft das mit den Schuldokumenten ab. Die landen alle im Notizbuch “Schule” und werden mit Schulfach und Ausbildungsjahr verschlagwortet. Dadurch habe ich schnellen Zugriff auf alle Notizen und finde schnell das, was ich brauche. Dazu kommt noch die OCR-Fähigkeit, die Evernote für Premium-Nutzer freischaltet, mit denen sich die Texte in Bilddateien und PDFs durchsuchen lassen. Für mich so optimal. :)

  • Pingback: Mit dem iPad in der Schule: Meine Apps und der Workflow | mobile learning in history education | Scoop.it

  • Viviane Müller

    apropo Schuldokument digitalisieren: wusstet ihr, dass digitalisierte Schulbücher sogar günstiger sind als gedruckte Versionen? Unter http://www.legalo.eu/blog/de/zubehoer/ipad-schule-macht-nun-noch-mehr-spass/ wird dies behauptet. Kennt ihr Programme, die den Mathe- und Physikunterricht spannender gestalten lassen würden? Finde den Einsatz von iPads in Schulen wirklich einen mutigen Schritt! Wer nicht wagt, der nicht gewinnt ;) In diesem Fall: Die Aufmerksamkeit von wissbegierigen, formenden Schüler, die total heiß aufs iPad sind :)

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