Wie ich Tumblr wieder lieben lernte

MindCursed-Tumblelog

Sofern ihr unter meinen Twitter-Followern seid, habt ihr vielleicht mitbekommen, dass ich mein ganz altes und inaktives Tumblelog wieder aus der Versenkung geholt habe und es nun wieder aktiv beacker. Ich hatte ja seinerzeit ein Postlog bei Posterous – warum das aber nur noch brach liegt, dürften sich die Meisten von euch denken dürfen. Ich wollte schon lange wieder eine Art “privates Blog” haben für allerlei Krams, Gedankengänge und Beiträge, die schlicht nicht in dieses Blog passen. aber hatte ich bis vor kurzem komplett ausgeschlossen. Warum aber hat sich das so sehr geändert, dass ich mich dazu gedrängt fühle, darüber zu schreiben?

Anfänge und Abneigungen

Kurzer Ausflug an die Anfänge meines Blogger-Daseins, Anno Juli 2010 um genau zu sein: Ich probierte bereits damals liebend gerne mir bis dato unbekannte Webdienste aus, darunter auch irgendwann Tumblr. Ich wusste ehrlich gesagt wirklich gar nicht, was Tumblr überhaupt war und umso überraschter war ich, als ich quasi plötzlich realisierte, dass ich ja nun eines dieser “Blogs” hatte.

Eines aber nervte mich sofort: Die limitierten Funktionen. Das, was im Prinzip eines der besten Features der Plattform war und ist, nahm ich nicht als solches auf, sondern viel mehr als Mangel. Noch dazu war Tumblr damals alles andere als performant und meine dortige Timeline einfach nur leer. Tumblr ist dahingehend quasi wie Google+: Engagierst Du Dich nicht selbst, ist es furchtbar langweilig. So war ich schnell wieder von Tumblr weg und hatte so meine negativen Eindrücke mit in die Zukunft genommen, weil ich damals einfach nicht verstanden habe, was Tumblr sein wollte.

Posterous: Die Mischung, aber nicht die Quintessenz

Dieses selbstgehostete WordPress-Blog entwickelte sich von der anfänglichen privaten Müllhalde recht schnell zu einem auf Technik und fokussierten Blog. Privates oder Untechnisches rückte in den Hintergrund. Das war die erste Zeit über in Ordnung, nervte aber irgendwann. Ich wollte eben auch über andere Themen schreiben. Also musste ein kleiner Spielplatz für mich her. Auf jeden Fall etwas Gehostetes, ich wollte mir eben keinen Kopf darüber machen, sondern einfach nur schreiben. Tumblr kam zu dieser Zeit aber eben nicht in Frage und der zweite große Dienst seiner Art war damals Posterous, quasi eine Mischung aus WordPress.com und Tumblr. Ernsthafteres Bloggen war hier eher möglich, simpel war es trotzdem.

MindCursed-Postlog

Posterous aber war zwar eine Art Mischung aus diesen beiden Diensten, hat es aber nicht geschafft, diese Elemente passend miteinander zu verbinden. Die Bedienung war unrund, es fehlte an sozialmedialem Einschlag. Also liegt auch dieses Blog seit etwas mehr als einem Jahr auf Eis.

Welcher Dienst denn nun?

Ich stand also wieder ohne privates Blog dar und fragte mich, was denn so schwierig daran sein kann, ein einfaches, privates Blog haben zu wollen. Die Frage nach dem nächsten Versuch machte die innere Runde. Doch welche Alternativen gibt es nun noch? Blogger/Blogspot? Guter Witz, beinahe alle Blogs sehen unglaublich hässlich aus und das Kommentieren ist wirklich nicht schön gelöst. WordPress.com? Nutze ich doch bereits in der selbstgehosteten Variante – ich wollte etwas anderes, etwas Abwechslung. Ja, jetzt werden ernstzunehmende Alternativen wirklich ein wenig knapp. Ich dachte sogar darüber nach, eine Art privates Blog als Google+-Corporate-Page zu befüllen, aber mit Google+ bin ich generell nicht ganz so grün.

Wieder bei Tumblr: Der Kreis schließt sich

Irgendwann ging dann in meiner Twitter-Timeline der Tumblr-Virus umher. Plötzlich hatte gefühlt auf einmal alle gleichzeitig neue Tumblelogs. Das zwang mich quasi dazu, mir Tumblr auch endlich mal wieder anzusehen. Und ich muss sagen, dass ich mich sofort heimisch gefühlt habe. Das Dashboard ist inzwischen derartig performant, die Timeline durch die vielen Kontakte mit eigenen Tumblelogs stets gut gefüllt.

Es machte Spaß und simpel ist der Dienst immer noch, wie früher. Heute aber weiß ich das zu schätzen. Heute nehme ich Minimalismus als Feature und nicht als Mangel auf. Tumblr ist seit jeher ein Massenphänomen und ich verstand endlich, warum das so ist. Es ist schlichtweg einfach, wirklich alles ist einfach. Das fördert Kreativität und das sieht man bei vielen Tumblelogs. Kreative Ideen sind das, was Tumblr auszeichnet und der Dienst weiß, wie man es vermeidet, Steine in den Weg zu legen. Hat man eine großartige Idee und will einfach drauflosbloggen? Einfach innerhalb einer Minute ein Tumblelog anlegen und losschreiben. Und wenn es am Ende doch nichts war, ist es egal und man lässt es einfach liegen. Diese Philosophie zieht sich überall durch und genau das macht diese Plattform zu etwas besonderem, etwas faszinierendem.
Es ist auch die Community, die dazu beiträgt. Direkt in der Timeline zu sehen, dass die Plattform lebt, ist etwas, dass Tumblr toll vermitteln kann. Das unterscheidet Tumblr ebenfalls von konkurrierenden Diensten und stellt es auf eine ganz eigene Ebene.


Eine Bestandsaufnahme

Ihr merkt, dass ich unheimlich von Tumblr begeistert bin. Diese Plattform ist in dieser Form unvergleichbar zu allem Anderen. Es ist ein Erlebnis, es ist frisch, es ist stylisch, es ist innovativ, es ist ein Massenphänomen. Die (technischen) Kritikpunkte, die mich damals von Tumblr weggebracht haben, sind heute ausgemerzt. Ich empfehle jedem, sich Tumblr zumindest einmal anzuschauen, sofern das nicht schon geschehen ist. Und wenn das schon länger her ist, dann solltet ihr euch diesen Dienst noch einmal anschauen. Es hat sich viel getan vom Feeling her. Tumblr hat einfach das gewisse Etwas.

Geschrieben von

Gründer des Blogs, vielseitiger Tech-Geek mit einer Schwäche für Apps und Software. Nutzt sowohl Android, iOS, Windows Phone und Windows 8. Auch bei noisiv.de und an den Wochenenden bei mobiFlip.de als Blogger tätig. Dazu auch bei Twitter und zu finden.