Vielleicht habt ihr es bereits mitbekommen: Derzeit wird ein neues Social Network-Pferd durch die Blogosphäre getrieben und auch ich mache mit diesem Artikel keine Ausnahme. ;) Es handelt sich dabei um Zurker, dem selbsternannten Anti-Facebook. Vor etwa zwei Monaten ging die Plattform an den Start und konnte ohne große Werbeaktionen bisher rund 200.000 Nutzer zur Anmeldung überzeugen. Der Neuling legt den Finger dabei vor allem in die größte Wunde des blauen Giganten: Den Daten.
Die Mitglieder von Zurker sollen dafür ausdrücklich im Besitz ihrer hochgeladenen Daten bleiben. Zurker kann also mit Fotos, Videos und Co. nicht anfangen, was man will. An und für sich spannendes weiteres Element: Zurker will die User zu Anteilseignern machen. Dafür gibt es innerhalb des Netzwerkes die sogenannten vShares. Die kann man sich entweder ab einem Euro aufwärts kaufen, oder verdienen, indem man User zum Netzwerk bringt. Zurker will sich dadurch nach außen hin als großes Gemeinschaftsprojekt verkaufen.
Nun stellt sich natürlich die Frage, ob Zurker überhaupt das Zeug dazu hätte, um Facebook ernsthaft anzugreifen. Meine klare Antwort: Nein! Zum Einen sieht die Plattform einfach unsagbar grässlich aus und erinnert an völlig vergangene Design-Tage, was bereits viele Leute abschrecken dürfte. Auch funktionell bietet man nichts, was man nicht irgendwo schon gesehen hat. Es ist derzeit eben nicht viel mehr, als das Sharing von Status-Updates, Fotos, Videos, Links und Co.
Zum Anderen interessiert es den durchschnittlichen Nutzer auch einfach kein Stück, ob Fotos und Co. weiter im eigenen Besitz bleiben, wenn man sie ins Netzwerk hochlädt. Denen kommt es darauf an, ob das Netzwerk für sie nützlich sein kann – im Klartext heißt das, dass sich der Nutzer fragt, ob die eigenen Freunde denn auch dort vertreten sind und da kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Zurker hier punkten könnte. Das ist ja z.B. auch ein Problem, dass viele bei Google+ sehen. Und wo wir gerade bei Google+ sind: Durch Facebook, Google+ und im weitesten Sinne auch Twitter ist der Markt für größere soziale Netzwerke derzeit wohl recht vollständig abgedeckt. Viele wollen dann einfach nicht noch ein Netzwerk mit Content befüllen.
Also, liebes Zurker: Netter Versuch und generell kein schlechte, weil doch frische, Idee, aber so wird das definitiv nichts und da lege ich mich gerne fest. Wenn ihr Zurker selbst mal ausprobieren wollt könnt ihr gerne machen. Zwar setzen die Entwickler derzeit noch auf das Prinzip ser künstlichen Verknappung um einen Hxpe zu generieren – allerdings kann jeder angemeldete Nutzer Invites zum Netzwerk vergeben und diese müssen nicht einmal manuell vergeben werden. Klickt einfach unten auf den Button klicken erstellt ein Konto und legt los. Sich über solche Dinge eine eigene Meinung zu bilden ist definitiv nie falsch.
Wenn ihr euch dann einen Eindruck von Zurker gemacht habt, dann hinterlässt mir hier doch eure Meinung. Glaubt ihr ebenfalls, dass Zurker eine Quasi-Totgeburt ist, oder seht ihr Chancen für einen weiteren ernstzunehmenden Facebook-Konkurrenten?
via TechFokus und Caschys Blog



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