Gastbeitrag: Die Abkehr von Springpad aus iPhone-Sicht

Gestern stolperte ich über einen Tweet von Coca, der gerade einen Blogeintrag tipperte, welcher seine Unzufriedenheit und die Abkehr von Springpad behandelte. Da wir vor ein paar Wochen beide schon einmal über (eher positiv) uns unterhalten hatten und auch ich seit Tagen über einen Wechsel am grübeln war, bat Coca mich, mal ein paar Zeilen aus iPhone-User-Sicht zu tippern, warum bei mir der Umschwung einsetzte und was ich jetzt nutze.

Springpad für iOS/iPhoneSeit gestern Nacht bin ich komplett auf Evernote umgestiegen. Weg von Springpad, was ein ziemliches Unterfangen war, mangels Import/Export Optionen. Wunderlist stand für mich, im Gegensatz zu Coca, nie zu Debatte, weil es für mich subjektiv, nicht genug Möglichkeiten bietet.

Außerdem nutzte ich Springpad primär als Notizbuch, denn für Aufgaben gibt es auf dem iPhone andere und komplexere Tools, die meinen Bedarf besser decken (ich nutze 2Do..nur so nebenbei).

Nachdem ich meinen Evernote-Account reaktiviert hatte und alles mühsam per Copy-Paste übertragen hatte, viel mir erstmal die schnellere Reaktion der Evernote-Web-Oberfläche, als auch der Chrome-App auf. Bis dato nutzte ich die App für Chrome von Springpad, welches mir in vielen Dingen sehr träge vorkam. Auch ein großer Pluspunkt für Evernote ist die automatische kontinuierliche Aktivierung von https, schon während des Logins. So eine Möglichkeit sucht man bei Springpad seit einem Jahr vergeblich und wurde oft von Usern angemahnt. Auch die komplette in Deutsch verfügbare Oberfläche ist ein echter Pluspunkt. Und sie ist wirklich logischer aufgebaut. Auch das Anlegen von neuen und das Verwalten von Notizbüchern, läuft gefühlt flüssiger und innovativer ab.

Aber wie sieht das ganze auf dem iPhone aus? Die Springpad-App ärgerte mich in den letzten Wochen immens. Dafür, das man seine Notizen auch offline auf dem Phone haben konnte, war die App in meinen Augen wirklich träge. Gerade das Öffnen von großen Notizen (z.b. mit Photos) dauerte manchmal gut seine 10 bis 20 Sekunden, so das man manchmal das Gefühl hatte, die Notizen wären gar nicht offline verfügbar. Das Anlegen von neuen Notizen fand ich ebenfalls ziemlich zäh. Erst das langsame Öffnen der App, dann das passende Notizbuch auswählen, danach das ziemlich schwammig Anlegen einer neuen Notiz. Wie oft hatte ich eher eine leere Notiz als eine Brauchbare (kann aber auch an meiner eigenen Dummheit liegen).

Ehrlich gesagt, die Evernote-App ist auch nicht besser. Geschuldet auch der Tatsache, das Offline Notizen nur möglich sind, wenn man sich einen Premiumaccount zulegt. Also nutze ich sie nur, um mein Freevolumen zu kontrollieren. ;-) Auch die “Funktionsvielfalt” kann nicht mit der App von Springpad mithalten. Einziger echter Vorteil? Die App ist auf Deutsch im Gegensatz zu Springpad.

Aber angesichts dieser Unzulänglichkeit der offiziellen App, sehe ich darin eine Stärke von Evernote. Die mannigfaltige Vielfalt von 3rd Developer Apps welche sich der Evernote API bedienen. Das gibt es bei Springpad nicht.

Und so habe ich einen App-Store Einkauf reaktiviert, welchen ich vor ca. einem Jahr getätigt habe: Awesome Note. Gut die App kostet in der Normalversion (es gibt auch eine eingeschränkte kostenlose Lite) 2,99 € aber sie kommt dem Funktionsumfang der Springpad-App verdammt nah, mit dem großen Vorteil seinen Evernote-Account oder Google-Docs für die Synchronisation zu nutzen. Meine Notizen stehen mir Offline zu Verfügung, die App ist viel schneller und stabiler als Springpad, sie besitzt auch die Möglichkeit, Tasks zu erstellen, entweder separat oder aus einer bestehenden Notiz (wie gesagt, ich nutze 2Do für Tasks).

Awesome Note für iOS/iPhone

Awesome Note für /iPhone

Als Fazit bleibt, das Sprinpad viele gute Ansätze hat. Aber dadurch auch ziemlich zäh und unübersichtlich wird. Und es fehlt an einfachen Dingen: einer Drittanbieter-API, einer multilingualen Oberfläche, einer Übersicht über genutzten/ungenutzten Platz/Volumen, https Anbindung nur um die offensichtlichen Punkte anzusprechen.

Evernote hat dies alles, auch wenn 60MB Datentransfervolumen sicher für einige ziemlich mau sind. Ich beobachte mein Transferverhalten mal und denke dann wirklich über einen Premiumaccount nach..denn eine andere echte, produktive Alternative um seine Notizen abzulegen, sehe ich persönlich nicht.

Über den Autor

Marcel “Iced_Empire” Berlau. Projektleiter im IT-Service Bereich, Technikjunkie, Metalfreak, Mittelalterfan, American Football Verrückter, BvB Hardcorler aber sonst ganz lieb. Nicht immer 100% PC aber 100% authentisch.

Über den Autor

Autor: Coca

Begeisterter Tech-Blogger aus dem hohen Norden, der jetzt im Ruhrpott lebt. Für jeden Tech-Trend zu haben und (fast) allem gegenüber offen. Oft laut und unbequem, dafür aber immer ehrlich. ;) Blogge auch auf noisiv.de über gute Gitarrenmusik.

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